Eindrücke von der Spielwarenmesse Nürnberg
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Warum persönliche Begegnungen mehr zählen als neue Produkte
Unser Besuch an der Spielwarenmesse Nürnberg hatte dieses Jahr einen klaren Schwerpunkt. Der persönliche Austausch mit zwei unserer bestehenden Hersteller stand im Zentrum.
Das war eine bewusste Entscheidung. Nicht, weil es keine neuen Anbieter oder Produkte gegeben hätte, sondern weil für uns etwas anderes wichtiger war. Beziehungen pflegen, sich besser kennenlernen und gemeinsam nach vorne schauen. Persönlich vor Ort zu sprechen, Erfahrungen auszutauschen und offen über mögliche Wege zu diskutieren, schafft eine Tiefe, die digital kaum erreicht wird.
Gerade wenn es darum geht, unseren Kundinnen und Kunden den bestmöglichen Service zu bieten, sind Hersteller auf ehrliches Feedback und Transparenz angewiesen. Dieser Dialog funktioniert im direkten Gespräch deutlich besser. Es entstehen Einsichten und auch Vorteile, die man kaum erhält, wenn man nur eine E Mail Adresse ist.
In einer Zeit, in der Prozesse zunehmend digitalisiert werden, wurde uns einmal mehr bewusst, dass das Zwischenmenschliche nicht an Bedeutung verliert. Im Gegenteil, es wird wichtiger. Technik verbindet Systeme, Vertrauen verbindet Menschen.
Bewusst kein Fokus auf neue Anbieter
Mit neuen Partnern haben wir uns dieses Jahr nur sehr gezielt ausgetauscht. Im Bereich Partyartikel arbeiten wir bereits mit Anbietern, von deren Qualität und Zuverlässigkeit wir überzeugt sind. Im Bereich Feuerwerk ist die Situation noch klarer.
Viele internationale Hersteller können die Anforderungen des Schweizer Marktes nicht abdecken. Das liegt selten am Produkt selbst, sondern an den Rahmenbedingungen. Lagerkapazitäten müssen ausreichend gross sein, regulatorische Vorgaben müssen verstanden und eingehalten werden, und Erfahrung mit Bewilligungen, Logistik und Sicherheitsauflagen ist zwingend notwendig. Fehlt eines dieser Elemente, fällt ein Import realistisch betrachtet weg.
Umso spannender war es trotzdem zu sehen, was international alles existiert und wie unterschiedlich Feuerwerk und Pyrotechnik gedacht, präsentiert und positioniert werden.
Zeit für den Rundgang und neue Perspektiven
Dieses Jahr hatten wir bewusst Zeit, die Messe als Ganzes zu erleben. Rund sieben bis acht Stunden waren wir unterwegs, quer durch Hallen, Themenwelten und Konzepte.
Auffällig war, dass viele der grossen Hersteller sehr abgeschirmt auftraten. Stände mit Einlasskontrolle, teils nur nach Termin, ohne Einblick von aussen. Das zeigt, wie strategisch und selektiv sich gewisse Marktteilnehmer positionieren und wie kompetitiv einzelne Bereiche geworden sind.
Gleichzeitig gab es unglaublich viel zu entdecken. Durchdachte Produkte, clevere Mechaniken, starke Designs und vor allem spürbare Hingabe. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, auf welche Ideen Menschen kommen und mit welchem Einsatz sie diese umsetzen.
Es gab vieles, das wir rein vom Gefühl her gerne eingekauft oder selbst verkauft hätten. Genau hier stellt sich jedoch eine zentrale Frage. Wo liegt der sinnvolle Zusammenhang.
Warum sollte ein Feuerwerkshop klassisches Spielzeug vertreiben. Wo beginnt sinnvolles Cross-Selling und wo endet es als Risiko, auf Produkten sitzenzubleiben, die nicht zur eigenen Identität passen.
Strategisch gibt es dafür durchaus Ansätze. In der Praxis braucht es jedoch Mut, ein gutes Timing und vor allem ein sehr klares Verständnis der eigenen Kundschaft. Nicht alles, was gut ist, passt auch zum eigenen Weg.
Was bleibt
Wir nehmen aus Nürnberg keine einzelne Neuheit mit, sondern etwas Wertvolleres. Gestärkte Beziehungen, ehrliche Gespräche, neue Blickwinkel und bestätigte Entscheidungen.
Und das gute Gefühl, dass persönlicher Austausch auch heute noch der beste Nährboden für Qualität ist.
Oder anders gesagt. Fortschritt entsteht nicht nur durch neue Produkte, sondern durch bessere Gespräche.