Illegales Feuerwerk in der Schweiz: Risiken und Erkennungsmerkmale

Illegales Feuerwerk in der Schweiz: Risiken und Erkennungsmerkmale

In der Schweiz gibt es eine lange Tradition rund um Feuerwerk – von Familien, die an Nationalfeiertagen kleine Artikel zünden, bis hin zu professionellen Shows. Parallel dazu existiert jedoch ein Markt für illegale Feuerwerksartikel, die weder geprüft noch zugelassen sind und ein erhebliches Risiko darstellen. Dieser Beitrag beleuchtet die wichtigsten Aspekte rund um die Thematik und zeigt auf, wie man illegale Ware erkennt und warum der Bezug bei offiziellen Händlern essenziell ist.

Warum illegales Feuerwerk gefährlich ist

Feuerwerkskörper, die in der Schweiz verkauft werden dürfen, müssen strenge Vorgaben erfüllen. Grundlage dafür ist unter anderem die europäische Pyrotechnik-Richtlinie 2013/29/EU, ergänzt durch das Schweizer Sprengstoff- und Chemikalienrecht. Legale Produkte werden auf Funktionssicherheit, Ladungsmenge, Stabilität und Zündverhalten geprüft.

Illegales Feuerwerk unterliegt diesen Vorgaben nicht. Es kann deutlich höhere Pulverladungen enthalten, unberechenbare Zündzeiten aufweisen oder fehlerhaft verarbeitet sein. Behörden wie die Consumer Product Safety Commission (USA) oder die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung weisen seit Jahren darauf hin, dass schwere Verletzungen nahezu immer auf illegale oder manipulierte Produkte zurückzuführen sind. Der Grund ist einfach: Ohne Kontrollen gibt es weder verbindliche Obergrenzen für Explosivstoffmengen noch Sicherheitsmechanismen, die Fehlzündungen verhindern.

Herkunft und Verbreitung

Illegales Feuerwerk gelangt meist über den Schmuggel ins Land. Häufig stammen solche Produkte aus Nachbarländern, in denen strengere Kontrollen fehlen oder bestimmte Artikel frei erhältlich sind. Ein weiterer Weg ist der Online-Handel, insbesondere Shops ohne Impressum, ohne CE-Zulassung oder mit aggressiven Werbeversprechen. Auch private Einfuhren über der erlaubten Menge fallen unter den illegalen Bereich.

Woran man illegale Ware erkennt

Es gibt klare Merkmale, die auf nicht zugelassenes Feuerwerk hinweisen. Dazu gehören fehlende CE-Kennzeichnung, keine Hersteller- oder Importeurangaben, fehlende oder fehlerhafte Gebrauchsanweisungen und Verpackungen ohne Angaben in einer Schweizer Amtssprache. Auch Böller, die mit extremen Wirkungen oder ungewöhnlich hohen Lautstärken beworben werden, sind ein Warnsignal. Solche Produkte können technisch gar nicht den regulierten Kategorien F1 oder F2 entsprechen.

Gesetzliche Grundlagen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz sind eindeutig. Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV), das Sprengstoffgesetz und die Sprengstoffverordnung regeln den korrekten Umgang, Import und Verkauf von pyrotechnischen Gegenständen. Privatpersonen dürfen nur begrenzte Mengen einführen und nur Artikel, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Wer illegales Feuerwerk einführt, herstellt oder verbreitet, macht sich strafbar – unabhängig davon, ob die Ware tatsächlich gezündet wird.

Unfallrisiken in der Praxis

In der Schweiz registrieren Medienberichte und Sicherheitsinstitutionen jährlich ungefähr zweihundert Feuerwerksunfälle. Diese Zahl ist im internationalen Vergleich gering, doch die Schwere der Unfälle zeigt, wie wichtig Kontrolle und Vorsicht sind. Bei besonders schweren Vorfällen – darunter Explosionen in Garagen oder Lagern – stehen illegale oder falsch gelagerte pyrotechnische Produkte oft im Verdacht, eine zentrale Rolle gespielt zu haben.

Warum der Kauf bei offiziellen Händlern sinnvoll ist

Wer Feuerwerk bei zertifizierten Schweizer Händlern kauft, erhält geprüfte Ware mit klarer Herkunft, stabiler Qualität und rechtlicher Sicherheit. Das Zündverhalten ist zuverlässig, die Pulvermenge begrenzt und die Bedienung klar beschrieben. Zudem bleibt man haftungsrechtlich geschützt: Bei illegaler Ware können Versicherungen Leistungen verweigern, wenn es zu Schäden kommt.

Ein offizieller Händler bietet nicht nur legale Produkte, sondern auch fachkundige Beratung, sachgerechte Lagerung und Gewährleistung. Das reduziert das Risiko erheblich und stellt sicher, dass der Umgang mit Feuerwerk verantwortungsvoll und sicher bleibt.

Fazit

Illegales Feuerwerk mag auf den ersten Blick attraktiv erscheinen – sei es durch höhere Lautstärke, tiefere Preise oder vermeintliche Effektstärke. In der Realität überwiegen jedoch die Risiken: fehlende Sicherheitsmechanismen, unkontrollierte Ladungen, erhöhte Unfallgefahr und rechtliche Konsequenzen. Wer Feuerwerk geniessen möchte, ohne sich oder andere zu gefährden, setzt auf geprüfte Ware aus dem offiziellen Handel und achtet auf klare Kennzeichnungen und Herkunftsangaben.


Quellen

Schweizer Zollverwaltung – Importregelungen für Feuerwerksartikel
https://www.bazg.admin.ch/bazg/de/home/information-private/verbote--beschraenkungen-und-bewilligungen/pyrotechnische-artikel--feuerwerk-.html

SRF – Feuerwerksunfälle und typische Ursachen
https://www.srf.ch/news/schweiz/gefahren-durch-feuerwerk-bei-den-meisten-feuerwerksunfaellen-sind-es-handhabungsfehler

Südostschweiz – Jahresverbrauch pyrotechnischer Artikel
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/4700-tonnen-pyrotechnika-werden-in-der-schweiz-jaehrlich-abgebrannt

EU-Richtlinie 2013/29/EU – Pyrotechnische Gegenstände
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32013L0029

CPSC USA – Fireworks Safety
https://www.cpsc.gov/Safety-Education/Safety-Education-Centers/Fireworks

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